Das Leben mit Rini Katzenkind #6

Jeden Samstag gehen wir morgens gemeinsam ins Edeka. Also Rini und ich. Wir sind beide sehr zeitig wach und um diese Zeit hat man schön Ruhe dort.

Es gibt eine Scheibe Leberkäse für Rini und sie schiebt zudem für mich den Einkaufswagen… oder sitzt brav im großen Einkaufswagen.

Als wir in der “Backen”-Abteilung standen und zeigte sie hinter mich und ruft: “Papa!”
Ich: “Nein, Papa liegt noch im Bett.”
Der vermeintliche Papa läuft an mir vorbei und sagt: “Hat der’s gut!”

;D

Das Leben mit Rini Katzenkind #4

Das erste Mal “Tschüß”.

Es ist morgens 5 Uhr.

Rini Katzenkind steht im Bett auf und läuft hinweg. Kurz vor der Schlafzimmertür bleibt sie stehen. Verkündet laut und deutlich: “Tschüß!” und winkt.

Voller Tatendrang verlässt sie das Schlafzimmer und kommt innerhalb weniger Sekunden zurück, da sie feststellen musste, dass die Wohnung komplett im Dunklen lag.

Eingewöhnung – Abgewöhnung

Es hieß immer, dass es für das Kind weniger schlimm ist als es für die Mutter ist. Und ich wusste von Anfang an: Ja, so wirds sein! Es ist ein Hoch und Tief der Gefühle. Die Eingewöhnung des Kindes in einer Kita und die Abgewöhnung der Mutter, dass das Kind nicht mehr immer da ist. Fürchterlich! ;)

Woche 1:

1. Tag: Oh Gott! Das wird nie was! Sie klebt die vollen 30 Minuten an mir.

2. Tag: Oh Gott! Ich bin ihr egal! Sie spielt lieber mit den anderen und rennt mit der Erzieherin durch den Raum.

3. Tag: Kurze Trennphase. Quatschen mit anderen Leidgenossen. Mir wird Mut zugesprochen, dass alles gut wird. Nach unendlich langer Zeit (15 Minuten) Kind wieder holen. Sie schaut mich kurz an und spielt weiter. Ich bin ihr echt egal!

4. Tag: Großes Drama. C. ist gestürzt und alle Kleinen haben geschrien. Rini ist ein Sympathieheuler.

Wochenende! Puh! Aufregend! Erster Schnupfen aus Kita mitgebracht – war ja klar…

Woche 2:

5. Tag: C. hat Angst in den Raum zu gehen. Die Angst überträgt sich auf alle anderen Eingewöhnungskinder. Heulen vorprogrammiert.

6. Tag: Es wird nicht besser. H. kommt nach Krankheit zurück und weint die ganze Zeit. Sympathieheuler!

7. Tag: Langsam mache ich mir echt Sorgen wo das hinführen soll. Vielleicht auswandern? Reicht das Geld für eine Hütte in Dänemark? – Leider nicht.

8. Tag: Draußen klebt Rini auch nur an der Erzieherin.
Oder vielleicht nach Norwegen? Wenn wir alles verkaufen? Wohnen in einem Trailer oder so?
Desweiteren entpuppt sich Rini als Elster. Hat sie tatsächlich beim Abholen zwischen mein Rücken und dem Rucksack eine Spielschaufel versteckt!

9. Tag: Rini spielt und ich soll sogar noch etwas länger warten. Huch, macht ihr es langsam doch etwas Spaß?

Woche 3:

10. Tag: Gedanklich krame ich die Pläne der Auswanderung wieder aus.

11. Tag: Es wird immer schlimmer. Erzieherinnen sind unterbesetzt und zuviele Eingewöhnungskinder und zu wenig tröstende Arme.

12. Tag: Rini soll nur 30 Minuten kommen. Da kann man es auch gleich lassen…

13. Tag: Es sind wieder mehr Erzieherinnen und die Zeit wieder etwas länger. Aber keine 2 Stunden obwohl wir Ende Woche 3 sind? Eigentlich sollte sie heute mit Mittag essen. Wird wohl nichts drauß.

14. Tag: Wieder kein Mittag, aber da Rini sich einspielt, darf ich gern gehen. Ich bleibe deswegen auch nicht im Gebäude, sondern geh nach Hause. Für ca. 30 Minuten. Zumindest macht es ihr im Sandkasten Spaß. Beim Abholen ist sie schwer damit beschäftigt eine Teekanne mit Sand auszukippen.

Woche 4:

15. Tag: Wieder nur 2 Stunden. Wir befinden uns in Woche 4! O…M…G….

16. Tag: Rini soll Mittag mitessen. Obstpause hat sie bis jetzt gekonnt ignoriert. Ich selbst werkel zuhause wie wild. Die kurze Zeit muss mit Haushalt vollgestopft werden. Wahnsinn wie schnell ich bin, seit ich Mutter bin!
Ein Anruf! Schock. Es ist die Kita. “Es kommt sehr plötzlich, aber…” Ich halte die Luft an. “darf Rini mit Mittagsschlaf machen? Sie ist schon sehr müde.” Erleichtert ausatmen. Natürlich. Rini schlief sogar. Sie hat noch etwas Buch angeschaut und dann legte sie sich neben Kiwi. Verrückt. Sie müssen mir den Trick verraten.

17. Tag: Wieder etwas länger, wieder mit Mittag und Mittagsschlaf. alles klappt gut. Essen ist noch nicht ganz so ihr Ding, aber sie war noch nie eine große Esserin.

18. Tag: Frühstück, Mittag, Mittagsschlaf und Vesper. Huch geht das schnell! Und ich hab soviel Zeit! Mein Kühlschrank is voll. Niemand isst mit mir. Ich sitze allein am Essentisch und keiner ist bei mir. Jetzt fängt der schwere Part erst recht an.

19. Tag: Angefangen mit Kinderarzt wegen Impfen, schließlich in die Kita gebracht. Gegen Mittag Anruf von Kita. Keine 2 Minuten vorher noch gesagt: “Scheint alles gut zulaufen, trotz Impfung.” – Kind abholen. 39°C Fieber. Sofort alles zusammen gepackt und losgestürmt. Auf dem Weg nach Hause schlief sie an mir gekuschelt ein. Zumindest hat sie ihre “Lieblingserzieherin” noch angelächelt, bevor wir gegangen sind.

Woche 5:

Tag 20: Rini geht es wieder gut. Bereits Freitagabend nach 4 Stunden schlafen. Montags ist sowieso immer etwas dramatischer, aber es war okay. Und warum muss sie immer so weinen wenn ich sie abhole? *schnüff*

Tag 21: Das erste Mal Frühdienst. Keine schöne Sache… Wie war das? Dänemark? Wohntrailer? Haus im Wald?

Tag 22: Fast volle Zeit in der Kita. Ganze 9 Stunden! War aber okay. Für Rini. Nicht für mich.

Tag 23: Der letzte Eingewöhnungstag und das erste Mal 10 Stunden. Ich sitze zuhause (okay, war auch mit einer Freundin in der Stadtbibliothek…). Habe noch ein Tag frei falls etwas ist. Aber diesmal klingelt das Telefon nicht. Ich bin deprimiert. Nicht weil das Telefon nicht klingelt, sondern weil Rini jetzt so lange weg ist.

 

Eingewöhnt? Nein. Abgewöhnt? Nein. Aber es wird – hoffe ich.