Das Leben mit Rini Katzenkind #4

Das erste Mal “Tschüß”.

Es ist morgens 5 Uhr.

Rini Katzenkind steht im Bett auf und läuft hinweg. Kurz vor der Schlafzimmertür bleibt sie stehen. Verkündet laut und deutlich: “Tschüß!” und winkt.

Voller Tatendrang verlässt sie das Schlafzimmer und kommt innerhalb weniger Sekunden zurück, da sie feststellen musste, dass die Wohnung komplett im Dunklen lag.

Eingewöhnung – Abgewöhnung

Es hieß immer, dass es für das Kind weniger schlimm ist als es für die Mutter ist. Und ich wusste von Anfang an: Ja, so wirds sein! Es ist ein Hoch und Tief der Gefühle. Die Eingewöhnung des Kindes in einer Kita und die Abgewöhnung der Mutter, dass das Kind nicht mehr immer da ist. Fürchterlich! ;)

Woche 1:

1. Tag: Oh Gott! Das wird nie was! Sie klebt die vollen 30 Minuten an mir.

2. Tag: Oh Gott! Ich bin ihr egal! Sie spielt lieber mit den anderen und rennt mit der Erzieherin durch den Raum.

3. Tag: Kurze Trennphase. Quatschen mit anderen Leidgenossen. Mir wird Mut zugesprochen, dass alles gut wird. Nach unendlich langer Zeit (15 Minuten) Kind wieder holen. Sie schaut mich kurz an und spielt weiter. Ich bin ihr echt egal!

4. Tag: Großes Drama. C. ist gestürzt und alle Kleinen haben geschrien. Rini ist ein Sympathieheuler.

Wochenende! Puh! Aufregend! Erster Schnupfen aus Kita mitgebracht – war ja klar…

Woche 2:

5. Tag: C. hat Angst in den Raum zu gehen. Die Angst überträgt sich auf alle anderen Eingewöhnungskinder. Heulen vorprogrammiert.

6. Tag: Es wird nicht besser. H. kommt nach Krankheit zurück und weint die ganze Zeit. Sympathieheuler!

7. Tag: Langsam mache ich mir echt Sorgen wo das hinführen soll. Vielleicht auswandern? Reicht das Geld für eine Hütte in Dänemark? – Leider nicht.

8. Tag: Draußen klebt Rini auch nur an der Erzieherin.
Oder vielleicht nach Norwegen? Wenn wir alles verkaufen? Wohnen in einem Trailer oder so?
Desweiteren entpuppt sich Rini als Elster. Hat sie tatsächlich beim Abholen zwischen mein Rücken und dem Rucksack eine Spielschaufel versteckt!

9. Tag: Rini spielt und ich soll sogar noch etwas länger warten. Huch, macht ihr es langsam doch etwas Spaß?

Woche 3:

10. Tag: Gedanklich krame ich die Pläne der Auswanderung wieder aus.

11. Tag: Es wird immer schlimmer. Erzieherinnen sind unterbesetzt und zuviele Eingewöhnungskinder und zu wenig tröstende Arme.

12. Tag: Rini soll nur 30 Minuten kommen. Da kann man es auch gleich lassen…

13. Tag: Es sind wieder mehr Erzieherinnen und die Zeit wieder etwas länger. Aber keine 2 Stunden obwohl wir Ende Woche 3 sind? Eigentlich sollte sie heute mit Mittag essen. Wird wohl nichts drauß.

14. Tag: Wieder kein Mittag, aber da Rini sich einspielt, darf ich gern gehen. Ich bleibe deswegen auch nicht im Gebäude, sondern geh nach Hause. Für ca. 30 Minuten. Zumindest macht es ihr im Sandkasten Spaß. Beim Abholen ist sie schwer damit beschäftigt eine Teekanne mit Sand auszukippen.

Woche 4:

15. Tag: Wieder nur 2 Stunden. Wir befinden uns in Woche 4! O…M…G….

16. Tag: Rini soll Mittag mitessen. Obstpause hat sie bis jetzt gekonnt ignoriert. Ich selbst werkel zuhause wie wild. Die kurze Zeit muss mit Haushalt vollgestopft werden. Wahnsinn wie schnell ich bin, seit ich Mutter bin!
Ein Anruf! Schock. Es ist die Kita. “Es kommt sehr plötzlich, aber…” Ich halte die Luft an. “darf Rini mit Mittagsschlaf machen? Sie ist schon sehr müde.” Erleichtert ausatmen. Natürlich. Rini schlief sogar. Sie hat noch etwas Buch angeschaut und dann legte sie sich neben Kiwi. Verrückt. Sie müssen mir den Trick verraten.

17. Tag: Wieder etwas länger, wieder mit Mittag und Mittagsschlaf. alles klappt gut. Essen ist noch nicht ganz so ihr Ding, aber sie war noch nie eine große Esserin.

18. Tag: Frühstück, Mittag, Mittagsschlaf und Vesper. Huch geht das schnell! Und ich hab soviel Zeit! Mein Kühlschrank is voll. Niemand isst mit mir. Ich sitze allein am Essentisch und keiner ist bei mir. Jetzt fängt der schwere Part erst recht an.

19. Tag: Angefangen mit Kinderarzt wegen Impfen, schließlich in die Kita gebracht. Gegen Mittag Anruf von Kita. Keine 2 Minuten vorher noch gesagt: “Scheint alles gut zulaufen, trotz Impfung.” – Kind abholen. 39°C Fieber. Sofort alles zusammen gepackt und losgestürmt. Auf dem Weg nach Hause schlief sie an mir gekuschelt ein. Zumindest hat sie ihre “Lieblingserzieherin” noch angelächelt, bevor wir gegangen sind.

Woche 5:

Tag 20: Rini geht es wieder gut. Bereits Freitagabend nach 4 Stunden schlafen. Montags ist sowieso immer etwas dramatischer, aber es war okay. Und warum muss sie immer so weinen wenn ich sie abhole? *schnüff*

Tag 21: Das erste Mal Frühdienst. Keine schöne Sache… Wie war das? Dänemark? Wohntrailer? Haus im Wald?

Tag 22: Fast volle Zeit in der Kita. Ganze 9 Stunden! War aber okay. Für Rini. Nicht für mich.

Tag 23: Der letzte Eingewöhnungstag und das erste Mal 10 Stunden. Ich sitze zuhause (okay, war auch mit einer Freundin in der Stadtbibliothek…). Habe noch ein Tag frei falls etwas ist. Aber diesmal klingelt das Telefon nicht. Ich bin deprimiert. Nicht weil das Telefon nicht klingelt, sondern weil Rini jetzt so lange weg ist.

 

Eingewöhnt? Nein. Abgewöhnt? Nein. Aber es wird – hoffe ich.

Blogparade #muddimutation

Dank meines Mutti-Daseins lese ich natürlich jetzt auch gern Blogs über Kinder, Erziehung und Rezepte für Kinder. Einer meiner Lieblingsblogs zu dem Thema Kinder ist eindeutig “neverlookedsobeautiful“. Vorkurzen hat sie dann eine Blogparade ins Leben gerufen: #muddimutation

Es geht einfach darum, wie man sich halt verändert hat. Macken die man jetzt entwickelt hat.

Hier mal meine Macken und Veränderungen die dank der #muddimutation entstanden:

  1. Ich esse Milchreis
    Ich hasse eigentlich Milchreis, aber das lag wohl vorallem an dieser Zimt-Zucker-Mischung. Ich mag den Geruch von Zimt nicht… Aber für Rini Katzenkind habe ich Milchreis gekocht, probiert und für gut befunden. (Aber bitte bleibt mir mit Zimt fern!)
  2. Ich bin zum Hausschwein mutiert
    Ich ess all das, was Rini übrig lässt… Ja nichts wegwerfen! Und schließlich hat Mami auch Hunger ;)
  3. Ich liebe shoppen!
    Ich könnte für Rini mein ganzes Geld aus den Fenster werfen! Klamotten, Spielzeug, Bettwäsche (obwohl sie nicht einmal in ihrem Bett schläft!) und alles was ich niedlich finde für sie. Einfach alles könnte ich kaufen… Ich reiße mich aber zusammen. Meistens.
  4. “Das ist meine Tochter.”
    Was? Ich habe eine Tochter? Ernsthaft? – Passiert mir immer wieder ;)
  5. Ich bin stärker & selbstbewusster geworden
    Die Schwangerschaft und das Dasein als Mutter hat mich stärker gemacht, da es eine Situation ist wo man durch muss. Ich habe keine Wahl gehabt und musste es durchziehen. Plötzlich merkte ich: “Es geht doch!” Aber meist klappt es nur, wenn es um Rini geht.
  6. Ich interessiere mich für gesunde Ernährung
    Ich war schon immer für selber kochen, aber nicht so bewusst und gesund wie ich es jetzt mache. Da Rini kein Brei wollte, wurde halt mit Fingerfood angefangen. Ich fühle mich damit auch eindeutig besser.
    Manchmal muss dennoch Schoki her!
  7. Ich singe für das Katzenkind
    Ich singe, ich tanze, ich mache Blödsinn. Ich hasse eigentlich singen, aber wenn man so niedlich angelächelt wird und vergnügt gegluckst wird, da macht man sich doch gern zum Affen.
  8. Ich liebe Coupons!
    Ich bin eine Schnäppchenjägerin geworden. Ich liebe Coupons oder halt einfach tolle Angebote. Da ich aktuell Zeit habe, kann ich auch in unterschiedliche Läden gehen. Mal sehen wie es weiter geht, wenn ich arbeiten gehe.
  9. Manchmal werde ich zum Hulk!
    Stark wie Hulk, wenn ich Einkauf und Kind in den dritten Stock ochse und kurz vorm grün anlaufen bin, weil es so schwer ist. Manchmal werde ich auch wütend wie Hulk, aber nicht wegen Rini Katzenkind, sondern andere Menschen. Die sich einmischen, die einfach dummes Reden oder Tun.und
  10. Erfüllt mit unfassbarer Liebe
    Man hört immer, dass es einen so erfüllt. Das man Liebe spürt, die man vorher noch nie gespürt hat. Ich habe nie gedacht: “Ach was, dass ist bestimmt nicht so!” – Sondern hatte keine Meinung dazu. Doch jetzt übermannt es mich immer wieder. Dieser wärmende Mantel aus Liebe der sich um mein Herz legt.

 

Wenn ihr noch mehr Beiträge von anderen Müttern lesen wollt, schaut einfach mal bei neverlookedsobeautiful vorbei und da werden alle aufgelistet :)